Über

Artist Statement

Das Œuvre von Irena Pejčić konstituiert sich im Spannungsfeld zwischen skulpturaler Materialität und performativer Prozesshaftigkeit. Im Zentrum ihrer künstlerischen Untersuchung steht der Körper als epistemologisches Medium und Speicher determinierender Erfahrungen. Pejčić’ Praxis ist tief in der Tradition der Body Art verwurzelt, wobei sie die physische Präsenz in eine abstrakte, räumliche Narration überführt.
 
Die Künstlerin nutzt Gips als primären Werkstoff, um die Paradoxie von Fixierung und Fragilität zu explorieren. Die stoffliche Beschaffenheit ermöglicht es, transitorische Momente und psychosomatische Spuren als visuelle Evidenz zu manifestieren. Diese Ästhetik des Bruchhaften fungiert als Metapher für die Vulnerabilität individueller und kollektiver Biografien.
 
Ein wesentliches Distinktionsmerkmal ihrer Arbeit ist die Verschränkung von privater Intimität und politischer Dimension. Vor dem Hintergrund ihrer Herkunft aus dem ehemaligen Jugoslawien verhandelt Pejčić Traumata, Vertreibung und die Rekonstruktion von Identität. Ihre Werke sind ritualisierte Akte der Bewahrung. Durch Repetition und subtile Variation entstehen Installationen, die das Zusammenspiel von Absenz und Präsenz thematisieren.
 
Pejčić etabliert einen diskursiven Raum für die Koexistenz traumatischer Latenzen und resilienter Transformationsprozesse. Die künstlerische Strategie verweigert sich der bloßen Illustration und setzt auf die haptische Evidenz des Materials. Ihre Arbeiten erzwingen eine analytische Rezeption, welche die existenzielle Fragilität als universelle Konstante innerhalb zeitgenössischer Identitätsdiskurse dechiffriert.

© Jolly Schwarz

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